Ein Blick in den Regenwald - jagua

Wenn der tropische Regenwald brennt – Was wir tun können

Oktober 21, 2019

Bilder von brennenden Bäumen machten gerade erst vor Kurzem die Runde. Der Regenwald brennt. Jedes Jahr steht der Amazonas in Flammen aufgrund seiner Trockenzeit und außer Kontrolle geratenen Rodungen und Regenwaldabholzungen.

Brasiliens Präsident gibt nun das Go, um Naturparks und indigene Gebiete für Rohstoffförderung zu nutzen. Der tropische Regenwald muss um sein Überleben kämpfen und wir können helfen. In diesem Beitrag erläutern wir, wie wichtig dieses einmalige Ökosystem für unseren Planeten ist, warum der Regenwald zerstört wird und was wir dagegen tun können.

Faszination Regenwald

Unzugängliche, feuchte Landschaften – tief verborgen in der Wildnis. Der tropische Regenwald ist für uns ein faszinierendes Mysterium. Doch der immerwährende Amazonas ist nur eine Wunschvorstellung, die nur noch in unserer Fantasie existiert.

Natürlich gibt es sie noch, die paradiesisch-anmutenden Regenwälder mit ihren immergrünen, blühenden Pflanzen, den hohen, mächtigen, ja fast schon majestätischen Bäumen und bunten, exotischen Tieren. Doch nur knapp acht Prozent der Erdoberfläche sind noch mit tropischen Regenwäldern bedeckt, die gleichzeitig auch Wohnraum für mehr als die Hälfte aller Pflanzen- und Tierarten der Welt bieten.

Jede Minute gehen etwa drei Hektar Regenwald verloren

Mit der Zeit wurde der Dschungel immer mehr zum Symbol für die Zerstörung unserer Umwelt und unseres Klimas. Forscher gehen davon aus, dass bereits ein Fünftel des größten Regenwalds, der Amazonas in Brasilien, zerstört ist. In den letzten 40 Jahren wurde etwa eine Fläche doppelt so groß wie Deutschland gerodet.

Und die Bebauungen und Rodungen hören nicht auf: Der WWF spricht davon, dass in den nächsten 20 Jahren mehr als die Hälfte des Regenwalds zerstört oder zumindest beschädigt sein wird. Die Bäume fallen weiter für Holz, Papier, Möbel und Fleisch. Bauern erweitern ihre Plantagen für Soja, Zuckerrohr und Ölpalmen und wandeln den Wald in Nutzfläche und Acker um. Auch für Staudämme sowie Kupfer- und Goldminen muss der Wald weichen.

Wer nicht die Erlaubnis bekommt, rodet illegal und zerstört stückchenweise das tropische Paradies. So werden jährlich über 100.000 Quadratkilometer Wald gerodet oder abgebrannt, eine Fläche so groß wie Österreich.

Abgeholzte Baumstaemme im Regenwald - jagua
Ein großer Teil des Regenwalds wird abgeholzt.

Der Nährstoffkreislauf im Regenwald: Ohne Bäume kein Regen

Die Vegetation und die Baumriesen befeuchten den Regenwald: Ein einzelner Baum kann bis zu 1000 Liter Wasser täglich in die Atmosphäre gelassen. Fehlen die Bäume wird keine Feuchtigkeit aus dem Boden gezogen und als Wasserdampf abgegeben. Es können sich keine Wolken mehr bilden, die den Wald mit lebensnotwendigem Regen versorgen.

Die Flüsse trocknen aus und in weiterer Folge entsteht eine große Dürre und schlimmstenfalls bilden sich Wüsten. Als Kettenreaktion verschiebt sich der Polar-Jet und seine Niederschläge. Geht die Zerstörung weiter, wird der Regenwald zu einer trockenen Savanne.

Mehr Kohlenstoffdioxid in der Luft

Laut Forschern und Umweltorganisationen werden durch das systematische Zerstören nicht nur Pflanzen, Tiere und Bewohner bedroht, es ergeben sich auch katastrophale Folgen für das globale Klima. Wer im Biologie-Unterricht aufgepasst hat, weiß vielleicht noch, was Fotosynthese bedeutet. Bäume entziehen der Atmosphäre Kohlenstoffdioxid (CO2) und geben stattdessen wichtigen Sauerstoff ab. Sie reinigen die Luft.

Die Regenwaldabholzung lässt das gebundene CO2 jedoch wieder entweichen, was wiederum etwa 15 % des weltweiten CO2-Ausstoßes ausmacht und wesentlich zur Klimaerwärmung beiträgt.

Menschen verlieren ihre Heimat und Lebensgrundlage

Der Regenwald bietet nicht nur Pflanzen und Tieren Heimat, auch Menschen leben seit Tausenden von Jahren im Amazonas. Menschen, die den Regenwald achten und bewahren und um seine Wichtigkeit wissen. Genau diese Naturschützer werden durch Rodungen, Abholzungen und der Ausbeutung vertrieben oder akut bedroht.

Diese Ureinwohner verlieren ihre Lebensgrundlage, ihr Zuhause, einige kommen bei den Bränden gar ums Leben. In weiterer Folge leiden auch Bauern unter der massiven Vernichtung des Regenwalds. Sie benötigen dringend Wälder als Wasserspeicher, um Regen- und Trockenzeiten auszugleichen.

Keine Neubepflanzung möglich

Da es in den Tropen sehr viel regnet, wird die sehr dünne Erdschicht, die genug Nährstoffe beinhaltet, einfach weggeschwemmt. Es ist daher praktisch unmöglich größere Flächen wieder zu bepflanzen und den Verlust von Bäumen auszugleichen. Der Boden ist mehr oder weniger unfruchtbar, wenn die Bäume weg sind.

Rette den Regenwald - Was du konkret unternehmen kannst

Der Regenwald ist die „grüne Lunge der Erde“, die Entscheidung für unsere Zukunft. Wenn du also etwas gegen die Zerstörung des Regenwalds unternehmen willst, gibt es ein paar einfache aber wirksame Tricks:

Nutze elektronische Geräte so lange wie möglich und recycle die kaputten Geräte

Für die Produktion von Tablets, Smartphones und Co. werden Edelmetalle und seltene Erden genutzt, die im Regenwald gewonnen werden. Für ein Handy werden beispielsweise bis zu 60 Rohstoffe benötigt. Die großen Produktionsmengen schaden dem Regenwald.

Reduziere deinen Fleischkonsum und achte auf Qualität

Statistisch gesehen wird immer mehr Fleisch gegessen. Die verarbeiteten Tiere werden meist mit Sojaschrott gefüttert, der oft auf Plantagen im Amazonasgebiet angebaut wird. Das heißt, je mehr Soja angebaut und benötigt wird, desto mehr Wald wird zerstört und umgewidmet. Ähnliches gilt für Grillkohle, die oft aus Tropenholz gewonnen wird.

Natürlich musst du deswegen nicht komplett auf Fleisch verzichten. Achte aber beim Kauf auf die Qualität. Am besten wäre, du kaufst Biofleisch. Und auch das gemütliche Grillen mit Freunden musst du nicht aufgeben. Kaufe Grillkohle mit einer entsprechenden Zertifizierung wie zum Beispiel mit dem FSC-Siegel.

Gut für die Umwelt und deine Figur: Weniger Schokolade hilft dem Regenwald

Nein, keine Sorge, du darfst ruhig weiter deine Lieblingsschokokekse naschen. Nur solltest du darauf achten, dass Schokolade, Kakao und Co. aus fairem Handel stammt oder Bio-Qualität hat. Nur wenige wissen, dass der Kakaobaum hochsensibel ist und nur in tropischen Gebieten wachsen kann. Entsprechend der hohen Nachfrage wird daher immer mehr Fläche für den Anbau abgeholzt.

Verwende weniger Papier und nutze Recyclingpapier

Du denkst bestimmt, dass du ohnehin wenig Papier verbrauchst. Immerhin schreibst du Mails statt Briefe, liest Online-Zeitungen statt Print und E-Books statt Bücher? Tja, trotzdem werden immer größere Teile, geschätzt etwa jeder fünfte Baum, des Regenwalds abgeholzt für alltägliche Dinge wie Verpackungen, Prospekte und Toilettenpapier.

Wenn du also wirklich Papier benötigst für beispielsweise wichtige Drucksachen, dann greife auf Recyclingpapier zurück. Achte dabei auf das Zeichen vom Blauen Engel. Bestelle alle unnötigen Kataloge ab und teile dir Bücher mit Freunden. Onlinebestellungen bringen nicht nur deine gekauften Produkte, sondern beinhalten auch oft große Berge an Verpackungsmüll, darum shoppe lieber lokal, wenn es sich vermeiden lässt. Oder achte auf die jeweiligen Verpackungen der Anbieter. Vergiss außerdem nicht den Papiermüll richtig zu entsorgen.

Blättervielfalt im Regenwald schützen - jagua
Schützen wir gemeinsam den Regenwald


Du kannst etwas verändern und mithelfen, den Regenwald zu retten

Der Regenwald beschenkt und bereichert unser Leben. So gewinnen wir beispielsweise unsere magische Tinte aus Regenwaldbäumen. Deshalb finden wir es besonders wichtig diese zu schützen. Lasst uns gemeinsam den Regenwald retten. Schritt für Schritt schaffen wir so eine bessere Welt.

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Coverbild von icon0.com
Weitere Fotografen: Pok Rie, Atik Sulianami

 

Hannah Doths, Redakteurin bei Inara schreibt

Über die Redaktion

Hannah Doths ist Onlineredakteurin bei inara schreibt. Texte mit Aussagekraft sind ihr Spezialgebiet. Mit Adleraugen macht sie jeden noch so kleinen Fehler ausfindig und garantiert Qualität mit einem einzigartigen Twist.



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