Der Regenwald – der Ort an dem die Genipa americana wächst – Jagua for you

Genipa americana: Von den südamerikanischen Ureinwohnern in die moderne Tattoowelt

August 30, 2019

Du wünschst dir ein Tattoo, aber deine Eltern reden es dir ständig aus. Ebenso hindern dich, deine Arbeit oder dein Umfeld daran, deinen größten Traum wahr werden zu lassen? Du hast Angst, dass deine Karriere aufgrund von permanenten Tätowierungen leidet?

Genauso ging es Nina vor einiger Zeit. Auch sie hatte ihren größten Wunsch nach einer kulturell angehauchten Tätowierung ständig zurückgestellt, um ihre Zukunft und die Beziehung zu ihren Eltern nicht zu gefährden. Zum Glück stieß sie zufällig auf die Mystic Ink, informierte sich und wagte den Schritt in ein neues, selbstbestimmtes Leben.

Du willst wissen, wie die Mystic Ink, die auch als Jagua Gel bekannt ist Nina bei ihrer Selbstverwirklichung geholfen hat? Im folgenden Beitrag lernst du nicht nur Nina und ihre Geschichte kennen, sondern lernst interessante Details über die Vorzüge und die Geschichte der magischen Tinte aus dem Regenwald.

Temporäre Tattoos mit Jagua Gel

Ein lauer Wind huscht an den leichten Vorhängen vorbei und streift Ninas Gesicht. Sie blickt zum Fenster. Es ist bereits dunkel geworden und das kleine WG-Zimmer wird lediglich vom grellen Licht des Fernsehers beleuchtet. Lisa, eine Freundin und Kommilitonin wird am Abend zum Mädelsabend vorbeikommen. Während Nina gedankenversunken wartet, schaut sie sich im Fernsehen eine Dokumentation über indigene Kulturen Südamerikas an. Ninas Augen funkeln beim Anblick der traditionellen Körperbemalung.

Sie wünscht sich bereits seit langem ein ethnisches Tattoo, das ihre freiheitsliebende Persönlichkeit unterstreicht – ein absolutes No-Go für ihre konservativen Eltern. Sie sorgen sich stets rührend um ihre kleine Nina und wollen sie (leider) vor allem und jedem beschützen.

Das will ich nicht, ich möchte meine eigenen Erfahrungen machen! – sagt Nina bereits oft genug zu ihren Eltern. Einerseits versteht sie die sorgenden Absichten und liebt ihre Eltern über alles. Andererseits ist sie froh, endlich nach Heidelberg gezogen zu sein. Hier kann sie sich ungestört ihrem Journalismus-Studium widmen und ihre Freiheit auskosten, auf Partys tanzen und Jungs, ohne sich für jeden Schritt rechtfertigen zu müssen. Sie kann bis spät in die Nacht draußen bleiben und muss nicht immer wie Dornröschen um Mitternacht zu Hause sein.

Aber der Traum von einem eigenen Tattoo lässt sie nicht los – Wenn es doch nur eine Möglichkeit gäbe, ein Tattoo auszuprobieren und ihre Eltern auf schonende Weise von ihrem Vorhaben zu überzeugen. Diesem Gedanken hängt sie nach, bis sie von einem Klopfen an der Tür unterbrochen wird.

Es ist Lisa. Kaum öffnet Nina die Tür, platzt Lisa schon herein und wirft sich auf das Bett. Ich habe Chips, Sekt und den Film Jungfrau, 40, männlich, sucht, mitgebracht“, freut sie sich und wirft Nina die Chipstüte zu.

Nina ist im Moment nicht in Stimmung für einen Film. Lieber erzählt sie ihrer Freundin von ihrem großen Traum, sich ein Tattoo stechen zu lassen. Lisa krempelt ihren Ärmel hoch und zeigt Nina, was sich darunter verbirgt. Du hast eine Tätowierung? Im Ernst?“, fragt Nina sichtlich beeindruckt.Freunde zeigen sich ihre Tattoos – Jagua for youTattoos bewundern unter Freunden – Jagua for you

Lisa erklärt, dass dies zwar wie eine echte Tätowierung aussieht, in Wahrheit aber ein Jagua Tattoo ist. Sie selbst zeichne es alle drei Wochen nach, wenn sie es aber nicht mehr tragen wolle, würde sie damit aufhören und das Tattoo würde keine Spuren hinterlassen.

Nina hält inne. Das wäre die Lösung. Der Film ist vorerst vergessen – Nina quetscht die Freundin darüber aus, wo sie die Mystic Ink gekauft hat und was das eigentlich ist. Grinsend holt Lisa ihr Smartphone heraus und googelt nach Genipa americana.

Was ist Genipa und was hat es mit Jagua zu tun?

Die Genipa americana, auch als „Jenipapo“ bekannt, ist ein Regenwaldbaum, der zur Familie der Rötegewächse gehört. Mit einer Höhe von bis zu 20 Metern und einem Durchmesser von maximal 80 Zentimetern ist der Baum ein hervorragender Holzlieferant. Die Früchte des Genipa americana werden Huito genannt, sind essbar und dienen schon seit Jahrhunderten als Mittel zur Körperbemalung der südamerikanischen Ureinwohner. 

Der für die Tinte notwendige Fruchtsaft wird aus den noch grünen Früchten gepresst und anschließend filtriert. In diesem Zustand hat er eine gelblich-durchsichtige Farbe, die auf den Körper aufgetragen wird und dort mit der Zeit nachdunkelt. Da die Farbe temporär auf der Haut bleibt, können die Motive stets verändert und angepasst werden – ganz nach Lust und Laune.

Nina saugt die Informationen, die Lisa von ihrem Smartphone abliest, in sich auf. Zum ersten Mal in ihrem Leben hat sie die Hoffnung, ihren Traum von einem ethnischen Tattoo erfüllen zu können – Lisa und ihrem Interesse für Dokumentarfilme sei Dank.

Wie wird Jagua Gel aus seinen Früchten des Genipa americana gewonnen?

Doch plötzlich verflüchtigt sich Ninas Euphorie, sie scheint ihre Hoffnung wieder zu verlieren und fragt ihre Freundin: Ob wir den südamerikanischen Ureinwohnern die Lebensgrundlage nehmen, wenn wir Jagua Gel verwenden? Immerhin werden die Früchte der Genipa americana nicht nur zur Herstellung von Tinte genutzt, sondern sind auch ein beliebtes Nahrungsmittel.“

Beruhigend redet Lisa auf sie ein und erklärt ihr, dass der Jenipapo im gesamten tropischen Amerika weit verbreitet ist. Die Mengen, die für die Zubereitung der Tinte benötigt werden, stören also keinesfalls die natürliche Balance der indigenen Völker.

Nachdenklich schaut Nina hoch zu ihrem kleinen Apothekerschrank. Noch immer sind nicht alle Fragen geklärt, die ihr durch den Kopf gehen. In dem Schränkchen befindet sich Henna Paste. Sie hatte bereits mit temporären Tattoo Farben auf Henna Basis experimentiert. Das Ergebnis war jedoch sehr ernüchternd. 

Und wieder kann Lisa sie beruhigen und erklärt ihr die Unterschiede zwischen Henna und Jagua. Die Konsistenz der Farben weicht deutlich voneinander ab. Jagua Gel ist flüssiger und lässt sich leichter auftragen, als die dickflüssige Henna Paste.Jagua Gel ist flüssiger als Henna – Jagua for youMystic Ink - Das Jagua Gel ist deutlich flüssiger als Henna Paste.

Welche Anwendungen findet die Regenwaldpflanze unter Südamerikas Ureinwohnern?

Völlig fasziniert von der Regenwaldpflanze googeln Nina und ihre Freundin nach weiteren Einsatzmöglichkeiten. In südamerikanischen Ländern gehören die Regenwaldbäume ja praktisch zur Kultur und tragen ein Stück Geschichte in sich.

Bereits bei den Inkas waren die Genipa americana für ihre nahrhaften, süßen Früchte, aus denen bis heute Marmeladen und Kompott hergestellt wird, bekannt. Auch die medizinische Verwendung des Tropenbaums ist nicht zu verachten, denn es wirkt:

  • Abschwellend
  • Desinfizierend
  • Abführend
  • Entschlackend

Anfang des letzten Jahrhunderts wurde sogar bekannt, dass die Früchte des Genipa americana Verkrustungen in der Harnblase auflösen können. Hierfür muss es in einer teeähnlichen Arznei warm getrunken werden.

Übrigens: Viele südamerikanischen Ureinwohner, insbesondere die Männer, verdanken der Huito ihre Gesundheit. Der zuvor genannte Trank kann nämlich auch verwendet werden, wenn Fische beim Baden in die Harnröhre eindringen. Hierbei handelt es sich um Candirú oder Harnröhrenwelse, die hauptsächlich in Brasilien heimisch sind. In diesem Fall wird bei der Behandlung das Skelett des Fisches zersetzt und natürlich abgetragen, was Entzündungen und Folgeerkrankungen vorbeugt.

Fasziniert von der Genipa americana und der aus dem Regenwaldbaum hergestellten Mystic Ink entschließt sich Nina, endlich ihren lang ersehnten Traum zu erfüllen. Mit dem Gel hat sie die Möglichkeit, live zu erleben, ob ein ethnisches Tattoo ihr überhaupt steht. Sie kann ihre Eltern leichter überzeugen und gefährdet ihre Karriere nicht durch ein auffälliges Muster, das sie nicht verstecken kann. 

Da das Tattoo nur für ein paar Wochen auf der Haut bleibt, kann sie es bei Nichtgefallen einfach abändern oder warten, bis es verschwunden ist. Eine natürliche Körpermodifizierung, die völlig frei von Schmerzen ist und keine Nebenwirkungen mit sich bringt.

Können wir nun endlich den Film schauen?“, grinst Lisa. 

 


Hannah Doths, Redakteurin bei Inara schreibt

Über die Redaktion

Hannah Doths ist Corporate Bloggerin und Redakteurin von inara schreibt. Neben dem Lektorat und der Betreuung der Autoren des Unternehmens ist sie verantwortlich für die Erstellung und Überprüfung aller Kriterien, um einzigartigen Content zu kreieren.

 

 



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